Selbstverpflichtung zu sauberer Arbeit

Selbstverpflichtung zum redlichen Umgang mit Recherchen und Veröffentlichungen

Eine Organisation, die gemeinnützigen Journalismus betreibt, legt die Prinzipien ihrer Arbeit leicht zugänglich offen:

  1. Sie achtet die Menschenwürde.

  2. Sie recherchiert und veröffentlicht sorgfältig, fair und vorurteilsfrei.

  3. Sie veröffentlicht Informationen nur, wenn sie einem öffentlichen Interesse dienen.
    Sie veröffentlicht Informationen zu Einzelpersonen nur, wenn sie einem öffentlichen Interesse dienen.

  4. Sie gibt sich ein zu veröffentlichendes Redaktionsstatut, in dem sie die Prinzipien ihrer Arbeit erklärt. Sie lässt sich an ihren Prinzipien messen.

  5. Sie pflegt einen offenen Umgang mit eigenen Fehlern und korrigiert diese offen und macht dies kenntlich. Sie verpflichtet sich außerdem zur Veröffentlichung von Richtigstellungen, wenn sich veröffentlichte Informationen nachträglich als falsch erweisen.

  6. Sie nennt die Quellen ihrer Informationen - soweit dies möglich ist. Sie macht kenntlich, wenn Quellen nicht offengelegt werden können und erklärt öffentlich, aus welchen Gründen eine Offenlegung der Quellen in diesem Fällen nicht möglich ist.

  7. Sie bekennt sich zum Kodex des Deutschen Presserates.

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Ich verstehe die Intention hinter (3), habe aber Bedenken: Wer will wie und nach welchen Kriterien beurteilen, was in einem öffentlichen Interesse liegt? Das führt schon unter Vollprofis bisweilen zu nervenaufreibenden Diskussionen. Und wenn wir gemeinnützigen Journalismus ermöglichen wollen, um den gesellschaftlichen Diskurs insgesamt breiter aufzustellen, ist es kontraproduktiv, den Diskurs einzuschränken.
Auch als reine Selbstverpflichtung oder selbstständig zu hinterfragendes Kriterium ist der Punkt bestenfalls redundant. Wer für seine Geschichte brennt, brennt dafür und beurteilt sie immer als relevant.

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Vielen Dank für Deinen Beitrag und die Argumente! Wie sehen das die Kolleg*innen hier im Forum?

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Es wird generell schwierig sein zu beurteilen, was das Öffentliche Intresse ist. Wie @Larsdju schon bemerkte, wenn einer für ein Thema brennt, dann soll er schreiben. Wenn er sich mit irgendein Thema auseinandersetzt, was kaum in der Öffentlichkeit stattfindet, dann soll er das tun. Es besser das zu machen, anstatt darüber zu diskutieren ob dies überhaupt im Öffentlichen Intresse ist. Das lähmt sicher die Berichterstattung über das Thema.

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Gemeint ist wohl, dass man nichts veröffentlicht, was rein in die Privatsphäre von Menschen fällt. So habe ich das mit dem öffentlichen Interesse jedenfalls verstanden. Ich glaube, dass das auch im Presserecht so gemeint ist. Das lässt sich sicher herausfinden und gegebenenfalls klarstellen.

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Ich denke, dass sollten wir im Sinne von Renates Kommentar klarer formulieren.

Ich habe das mal überarbeitet.

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